top of page

KI im Unternehmen? Überlass das nicht deinem Werkstudenten.

Autorenbild: Vanessa Zjk
Vanessa Zjk
31. Aug.
4 Min. Lesezeit

Keine Sorge: Wir haben nichts gegen Werkstudenten.

Im Gegenteil. Junge Mitarbeiter brin

gen häufig eine hohe digitale Affinität mit, probieren neue Anwendungen aus und sind oft schneller mit neuen Tools vertraut als mancher langjährige Mitarbeiter.

Aber genau deshalb entsteht gerade in vielen Unternehmen ein Missverständnis:

„Unser Werkstudent kennt sich mit ChatGPT aus. Der kann sich mal anschauen, was es da alles gibt.“

Damit ist der erste Schritt vielleicht gemacht.

Aber eine KI-Strategie ist das noch lange nicht.


ChatGPT bedienen ist nicht gleich KI im Unternehmen

Natürlich kann heute fast jeder ein KI-Tool öffnen, eine E-Mail schreiben lassen, Texte zusammenfassen oder sich Ideen geben lassen.

Das kann im Arbeitsalltag hilfreich sein.

Doch der eigentliche Mehrwert von KI entsteht an einer anderen Stelle:

Wenn sie sinnvoll in die Prozesse eines Unternehmens integriert wird.

Dann geht es nicht mehr darum, ob jemand weiß, wie man einen guten Prompt formuliert.

Es geht darum, welche Prozesse unterstützt oder automatisiert werden können, welche Daten dafür benötigt werden, welche Systeme miteinander verbunden werden müssen und an welcher Stelle weiterhin ein Mensch die Kontrolle behalten sollte.

Genau hier wird aus „Wir nutzen ChatGPT“ eine echte Anwendung von KI im Unternehmen.


Ein Beispiel aus der Hotellerie

Nehmen wir ein Hotel.

Dort laufen täglich zahlreiche Prozesse gleichzeitig: Buchungen und Reservierungen, Gästekommunikation, E-Mails, Check-in und Check-out, Bewertungen, Auswertungen, Preisgestaltung und Revenue Management.

Dahinter stehen häufig mehrere Systeme, beispielsweise ein Property Management System, ein Buchungssystem, ein Channel Manager, CRM-Lösungen oder verschiedene Kommunikationskanäle.

Die Frage ist deshalb nicht:

„Welches KI-Programm können wir kaufen?“

Die bessere Frage lautet:

„An welcher Stelle unseres bestehenden Prozesses kann KI tatsächlich Arbeit abnehmen oder bessere Ergebnisse ermöglichen?“

Vielleicht lassen sich Buchungsanfragen automatisch analysieren und vorsortieren.

Vielleicht können Informationen aus unterschiedlichen Systemen zusammengeführt werden.

Vielleicht lassen sich Standardanfragen von Gästen automatisiert vorbereiten.

Vielleicht können Reports schneller erstellt und Daten verständlicher aufbereitet werden.

Oder KI kann Mitarbeiter bei der Analyse von Auslastung, Nachfrage und Preisen unterstützen.

Der entscheidende Punkt ist:

Nicht die KI steht im Mittelpunkt. Der Prozess steht im Mittelpunkt.


Und dann kommt ein Punkt, über den viel zu wenig gesprochen wird

KI macht Fehler.

Nicht unbedingt offensichtliche Fehler.

Das Problem ist gerade, dass eine KI eine falsche Antwort sehr überzeugend formulieren kann.

Sie kann Informationen falsch interpretieren, Zusammenhänge herstellen, die nicht existieren, oder Ergebnisse liefern, die auf den ersten Blick vollkommen plausibel wirken.

Deshalb reicht es nicht, eine KI-Lösung einzuführen und anschließend darauf zu vertrauen, dass sie schon richtig arbeiten wird.

Es braucht klare Regeln.

Welche Daten darf die KI verwenden?

Welche Aufgaben darf sie selbstständig übernehmen?

Welche Ergebnisse müssen kontrolliert werden?

Wann muss ein Mitarbeiter eingreifen?

Und wie wird sichergestellt, dass die Lösung zuverlässig mit den bestehenden Systemen und Prozessen funktioniert?

Das sind keine technischen Nebensächlichkeiten.

Das sind zentrale Fragen einer sinnvollen KI-Implementierung.


KI muss nicht kompliziert sein

Das bedeutet allerdings nicht, dass Unternehmen Angst vor KI haben müssen.

Im Gegenteil.

Eine gute Einführung beginnt meistens viel kleiner, als man denkt.

Man muss nicht das gesamte Unternehmen umstellen.

Man muss auch nicht zehn neue Programme kaufen.

Und man muss schon gar nicht jeden neuen KI-Trend mitmachen.

Sinnvoller ist es, zunächst einen konkreten Prozess zu betrachten.

Wo entsteht jeden Tag unnötiger Aufwand?

Wo werden Informationen mehrfach verarbeitet?

Welche Aufgaben sind wiederkehrend?

Wo warten Mitarbeiter auf Informationen, die eigentlich bereits vorhanden sind?

Und wo könnte eine intelligente Automatisierung tatsächlich Zeit sparen oder die Qualität verbessern?

Wenn man dort ansetzt, wird aus einem abstrakten KI-Thema plötzlich eine konkrete unternehmerische Aufgabe.


Was der Werkstudent trotzdem tun darf

Natürlich darf der Werkstudent recherchieren.

Er darf sich anschauen, welche Tools es gibt.

Er darf ausprobieren, was ChatGPT kann.

Und er darf durchaus derjenige sein, der sagt:

„Schaut mal, das könnte für uns interessant sein.“

Das Problem entsteht erst dann, wenn genau dort die Verantwortung endet.

Denn jemand muss beurteilen, ob diese Lösung überhaupt zum Unternehmen passt.

Jemand muss die bestehenden Prozesse verstehen.

Jemand muss die technische Umsetzung und die Schnittstellen betrachten.

Jemand muss Datenschutz und Verantwortlichkeiten berücksichtigen.

Und jemand muss festlegen, wie die Qualität der KI-Ergebnisse kontrolliert wird.

Genau diese Verbindung zwischen Unternehmensprozessen, Technologie und praktischer Umsetzung ist entscheidend.


Genau dabei unterstützen wir

Wir wollen Unternehmen nicht einfach das nächste KI-Tool verkaufen.

Wir wollen zunächst verstehen, wie das Unternehmen arbeitet.

Welche Systeme sind bereits vorhanden?

Welche Prozesse funktionieren gut?

Wo entstehen Zeitfresser?

Wo gibt es Medienbrüche?

Welche Aufgaben eignen sich für Automatisierung?

Und wo kann KI tatsächlich einen messbaren Mehrwert schaffen?

Erst danach stellt sich die Frage nach der passenden technischen Lösung.

So wird KI nicht zu einem zusätzlichen Projekt, das irgendwo neben dem Tagesgeschäft läuft.

Sie wird zu einem Werkzeug, das sich sinnvoll in die bestehende Arbeitsweise integriert.

Denn am Ende geht es nicht darum, sagen zu können:

„Wir nutzen jetzt KI.“

Es geht darum, sagen zu können:

„Unsere Prozesse funktionieren dadurch besser.“

Der Werkstudent darf gerne mit KI experimentieren.

Aber wenn KI im Unternehmen wirklich etwas bewegen soll, sollte die Frage nicht bei der Suche nach dem nächsten Tool beginnen.

Sondern bei der Frage:

Was wollen wir in unserem Unternehmen eigentlich besser machen?

Genau dort setzen wir an.

 
 
 

Kommentare


bottom of page